Auf Trümmern erbaut

Das Rosenaustadion wurde am 16. September 1951 mit dem Fußball-B-Länderspiel Deutschland – Österreich vor 51.000 Zuschauern eröffnet. Es ist ein Mehrzweckstadion mit Leichtathletikanlage in klassischer Ellipsenform für anfangs 65-70.000 Zuschauer. Die Eröffnungswoche vom 16. bis 21. September bot verschiedenste Sportveranstaltungen.

Das Rosenaustadion vom Hotelturm aus fotografiert

Das Rosenaustadion vom Hotelturm aus fotografiert

Schon 1926 gab es Pläne für ein Stadion an dieser Stelle. Der Entwurf des Augsburger Architekten Thomas Wechs war Grundlage für den späteren Bau durch Stadtbaurat Werner. Die Gestaltung orientierte sich dabei am olympischen Stadion von Helsinki. Das Rosenaustadion wurde das drittgrößte Stadion nach Berlin und Stuttgart/Bad Cannstatt.

Die Stadt Augsburg hat das Stadion auf Trümmern und Schutt aus dem Krieg errichtet. Der Rosenauberg begünstigte den Bau, die Gegentribüne lehnt sich an den kleinen Berg an. Nebenbei entstanden ein Rodelberg, der heute noch sehr beliebt ist, sowie ein Nebenspielfeld. Das Stadtbauamt hatte errechnet, dass 800.000 Kubikmeter Kriegsschutt beseitigt werden mussten. Von 1946 bis 1948 brachten die Lorenzüge einer „Trümmerbahn“ den Großteil zum Rosenauberg, der eine Höhe von 16 Metern erreichte. Die 185.500 Tonnen Schutt wurden in Seitenwandwaggons der Augsburger Localbahn transportiert. Die Gleise der provisorischen Schmalspurbahn verliefen mitten durch die Stadt.

1949 begann der Stadionbau. Die Stadt verschleierte ihn zunächst aus Furcht vor Widerstand. Doch die Gestaltung des Ovals wurde bald unübersehbar. Nun bangten die Sportvereine um ihre angestammten Sportplätze, deren stadteigenen Areale sich gut für Wohnungsbauten eigneten. Andere forderten den vorrangigen Bau von Wohnungen und Schulen anstelle des unnützen Stadions. Doch die Stadträte blieben standhaft.

Das Rosenaustadion kostete 1,1 bis 1,8 Millionen Deutsche Mark, auch für damalige Verhältnisse ein geringer Betrag. Begünstigt wurde dies durch die Anlage als Erdstadion. Nur die 1951 in vier Monaten errichtete Haupttribüne ist ein „Ingenieurbau“. Sie ist 120 Meter lang und 16 Meter breit. Der Wall auf der Gegengeraden ist 13 Meter hoch.

Die Presse feierte das neue Rosenaustadion gebührend:
„Eine der größten und modernsten Anlagen im Bundesgebiet“, so DER SPORTKURIER vom 13. September 1951.
„Eines der schönsten Stadien Europas“, schrieb die NEUE ZEITUNG ebenfalls am 13. September 1951.

Der Ursprung des (Flur-)Namens „Rosenau“ liegt in den „Rössen“. Das waren Wasserarme oder Wasserlachen der längst eingefassten Wertach, dem zweitgrößten Fluss Augsburgs. „Au“ (auch „Flussaue“) bezeichnet eine vom wechselnden Hoch- und Niedrigwasser geprägte Niederung entlang eines Baches oder Flusses.

Das Rosenaustadion liegt – weniger bekannt – auf dem Gebiet (Gemarkung) des „Thelottviertels“. Dieses gehört zum Stadtteil Pfersee. Das Stadion befindet sich tatsächlich aber näher an den Stadtteilen Antonsviertel und Göggingen.

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